Hallo Katarina 1978, hier ein weiterer Teil meiner Antwort. Sorry, wenn ich einen Roman schreibe. Ich möchte, daß Du alles so gut wie möglich umsetzen kannst, damit es alle wieder richtig schön haben!
Zu Deinen Problemen:
1) Hund haut ab
Meiner Meinung nach ist die Ursache die mangelnde Auslastung und das Fehlen von Strukturen und Regeln für den Hund. Deine Beschreibung klingt -ehrlich gesagt – nicht mehr wirklich danach, als ob der Hund willkommen ist
Lösung: Für den Anfang würde ich eine Schleppleine besorgen und den Hund auch im Garten an der Schleppleine lassen. Damit sich niemand in der Leine verfängt, würde ich den Hund an einen Stuhl anbinden, den kannst ja auf die Terrasse stellen. Den Kindern sagst Du einfach, dass sie einen Bogen um den Stuhl machen sollen. Abgesehen davon gehören Kinder nicht gemeinsam mit einem Hund alleine in den Garten. Niemals. Auch nicht für „2 Minuten“. Einfach Niemals. Punkt.
2) Hund kläfft alles an was sich bewegt:
der Hund zeigt vermutlich Jagdverhalten verbunden mit Stress, da er nach Deiner Beschreibung auch nicht ausreichend zur Ruhe findet. Ein Terrier ist für die Jagd gemacht, ein Fox-Terrier ist für die Fuchsjagd gezüchtet. Wenn den ganzen Tag niemand mit dem Hund arbeitet, ihn beschäftigt und auslastet, dann sucht der Hund sich Ersatzbefriedigung! Hundchen folgt seinem Instinkt und jagt alles, was sich bewegt. Ich wiederhole mich: der Hund MUSS beschäftigt werden.
Lösung: bring dem Hund das Apportieren bei. So kann er später, wenn er es vernünftig gelernt hat, kleine Einkäufe tragen, dir Brötchen bringen und so weiter. Das beschäftigt ihn, während Du einkaufst und er wird die Kinder nicht mehr nerven und umgedreht auch nicht.
Das wird auch nicht länger dauern, sondern Spaß machen. Du wirst sehen: Hunde können sogar „lachen“!
3) Gassi gehen mit ziehen, kläffen usw.
Euer Hund ist nervös, weil er (ein Terrier) sich für alles zuständig und verantwortlich fühlt. Das ist an sich nix Schlimmes. Nur leider löst es bei Dir den Stress aus und es stresst die Kinder mit Sicherheit auch.
Auch für den Hund ist es Stress pur. Ihr braucht Regeln und Strukturen. Damit ihr euch alle an etwas halten und orientieren könnt. Dann werden alle ruhiger werden. Besonders wichtig ist das eben für euren Hund.
Lösung:
Leine gehen übst Du so:
leg den Hund im Garten (!!) ja im Garten!!
an die Leine, und geh los. Laufe Zick-Zack,
4) denke Dir Buchstaben aus, lauf mit dem Hund das ganze Alphabet.
Wichtig ist, daß Du Richtungswechsel einbaust. Mach auch die Übung am Anfang höchstens 2 mal am Tag und benutze eine andere Leine als die fürs Gassi gehen ausserhalb des Gartens. Dann kann der Hund unterscheiden, daß er an der einen Leine etwas lernt und an der anderen Leine ----naja, solange Du weiter Gassi gehst samt Kindern...... Kannst nicht abends Gassi gehen üben, wenn die Kinder schlafen und Dein Mann zuhause ist?
Alle Übungen dauern nur 5-10 Minuten, das reicht vollkommen aus, damit euer Hund etwas lernen kann. Danach MUSS er einen Platz haben, wo ihn ALLE komplett in Ruhe lassen, damit er die ganzen Erfahrungen verarbeiten kann.
Vorschlag: gib den Kindern ein Malbuch, sag ihnen, sie sollen Dir ein tolles Bild malen und übe das an-der-Leine-gehen im Garten. Nimm eine sehr kurze Leine. Ich vermute, eure Leine ist viel zu lang, ansonsten weiss ich nicht, weswegen die Kinder drüber stolpern konnten.
5) Besucher anspringen: zuerst solltest Du mit dem Hund üben, dass er einen festen Platz hat, wo er Ruhe hat, wohin Du ihn schicken kannst und wo ihn ALLE in Ruhe lassen.
Der Platz muss in der Nähe der Familie sein, damit der Hund „dabei“ ist.
Aber der Platz darf nirgends sein, wo der Hund kontrollieren kann: also z.B. nicht in der
Nähe von Türen oder Ein-und Ausgängen.
Lösung: Platz einrichten, dem Hund dort etwas Tolles zum Knabbern geben. Er darf auf den
Platz gehen, er darf auch aufstehen und weggehen...aber OHNE Knabberteil.
Eine Übung, die wieder nur ein paar Minuten dauert und wo zumindest Deine große Tochter helfen kann: besorg eine Tüte der kleinen runden Leckerlies (F....cs) und lass sie die auf den Hundeplatz werfen und der Hund darf die einsammeln und fressen. Das wird allen Spaß machen!
Wenn das gut klappt und der Hund gern auf den Platz geht, musst Du bitte dafür sorgen, dass er dort auch wirklich Ruhe hat. Das schaffst Du, ich weiß es.
Später wenn das gut klappt, kannst Du üben, den Hund auf seinen Platz zu schicken, mit einer Handbewegung und einem „Decke“, „Hundeplatz“ oder was auch immer Du benutzen möchtest. Es sollte nur fairerweise immer das gleiche Wort sein, damit der Hund es lernen kann.
Viel Spaß!
Grüße von Jesska
Deine Ausführungen sind wirklich aufschlußreich. Danke! :)