Aus Deutschland ist mir nichts bekannt, was man eine Organisation nennen könnte, die geholfen hätte. Dazu traft die NS-Verfolgung die Juden zu unvorbereitet. Es gab eine von der NS-Regierung herbei geführte "jüdische" Organisation, die die Auswanderung fördern sollte. Das war die
http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsvereinigung_der_Juden_in_Deutschland mit ihren Vorläufern.
Da die NS-Regierung die Juden ja aus D-land weghaben WOLLTE, förderte sie solche Bestrebungen unter den Juden ja. Wenn Du mit "Hilfe" Beihilfe zur Auswanderung meinst.
Nachdem der Mord begonnen hatte, formierten sich natürlich Selbsthilfegruppen. Die wegen Illegalität aber keine "Organisationen" werden konnte. Vor dem Berliner Dom steht heute noch ein Denkmal aus der DDR für eine Gruppe jüdischer Jugendlicher, die sich zusammenfand, um zu sabotieren und Fluchten zu planen. Mangels richtigem Namen wird sie nur nach ihrem Anführer benannt!
Natürlich gab es Organisationen aber im Ausland. In Amerika gab es 5 Millionen Juden, die in einem ebenso reichen Land lebten wie es die Länder Westeuropas waren und von denen viele in der Mittel- oder Oberschicht waren und spenden konnten.
Es gab natürlich mehrere Organisationen. Eine davon ist z.B. diese hier, die es immer noch gibt:
Wenn ich mich recht erinnere, gab es z.B. noch das "American Relief Committee" oder den "American Jewish Congress". Nagle mich nicht auf die Namen fest; vielleicht findest Du sie per Google. Vermutlich gab es noch dutzende viel kleinere Organisationen. Ich stelle mir das auch ähnlich vor wie Hilfsappelle zugunsten Ländern mit aktuellen Hunger- oder Naturkatastrophen. Da bilden sich dann oft spontane Hilfsinitiativen auf lokaler Ebene, die manchmal nur für Monate bestehen.
Ähnliche Zusammenschlüsse gab es auch in Grossbritannien oder - bis zur deutschen Besetzung - in Frankreich, sowie in kleineren Ländern wie der Schweiz. Da natürlich nirgends eine annähernd so grosse jüdische Gemeinschaft lebte wie in den USA, sind die viel weniger bekannt, weil wohl auch viel kleiner gewesen.
Durch die jüdische Gemeinschaft ging aber damals ein Riss zwischen pro-zionistischen und - ich versuche es mangels bekannten Fachausdruck mal so zu sagen - "national-jüdischen" Organisationen: die "nationaljüdischen" waren Gruppen, die sich als Juden in Amerikaner so als Amerikaner verstanden wie die deutschen Juden i.d.R. auch Deutsche gewesen waren. Sie empfanden es als natürlich, Juden anderswo zu helfen, wieder anderswo eine neue Existenz anzufangen; z.B. auch in ihrem Land.
Die zionistisch orientierten Juden wollten mit ihren Spenden eher das zionistische Projekt in Palästina fördern. Für Juden, die anderswo in Verfolgung gerieten, hatten sie nicht so viel Verständnis, weil sie meinten: "selbst schuld. Warum glaubtet Ihr auch, dass man irgendwo sicher leben kann. Wäret Ihr doch nach Palästina gegangen".
Man kann sich nicht um diese Entscheidung drumherum mogeln, indem man mal wieder "alles beides" sein will. Geld ist eben nicht unbegrenzt und auch eine Spendenentscheidung ist eine Entscheidung.
Ein besonderes Kapitel ist die zionistische Bewegung in Palästina. Die war aus logischem Eigeninteresse tendentiell daran interessiert, jüdische Auswanderung zu fördern, die zur Einwanderung nach Palästina wurde. Aber eben auch nur dann. Ein Auswanderer nach Shanghai oder in die USA interessierte sie nicht die Bohne.
Über den Umfang der Hilfsbereitschaft und die tatsächliche Hilfeleistung durch die Zionisten wird heute noch erbittert gestritten. In der Regel vor dem Hintergrund, dass die eigentlich rein historische Aussage eine Aussage über das jetzige politische Problem rund um den Zionismus und das Israel-Palästina-Problem treffen soll, die man dann dafür verwerten kann.
Ich tue mich da, ehrlich gesagt, noch zu schwer, um das korrekt einzuschätzen.
zweiter Link, den ich wegen "Spam" rausnehmen musste:
http://www.jdc.org/