Huhu,
das würde verdammt lang werden hier alles was ich weiß aufzuschreiben. Ich komme aber mal auf die Frage zurück, was wir mit dem Styling bezwecken. Das kann ich dir nämlich sehr genau sagen. Mit Tod und Verzweiflung hat es gar nichts zu tun, im Gegenteil.
Goths - zumindest die vielen die ich kenne - sehen die Welt anders. Ich glaube man kann das vergleichen mit Halloween wo plötzlich alle Gruseliges toll finden. Goths finden das nicht nur lustig, sie gewinnen dem auch eine sehr emotionale, kunstvolle Ästhetik ab, die sogenannte Ästhetik des Hässlichen. Die Nacht/ Dunkelheit ist nichts schlechtes wovor man Angst haben muss. Goths sind die Schatten vor denen sich andere fürchten. Wir leben in der Nacht, fühlen uns in ihr geborgen, kommunizieren mit der Dunkelheit - sie ist unsere beste Freundin und steht uns in jeder Not bei - auf einer Gefühlsebene. Es stimmt somit, dass sich die Szene verändert hat. Aber deshalb sind wir noch lange nicht schlechter als die Oldies. Wir denken uns genauso etwas dabei wie es damals getan wurde. Gothic und Denken sind unweigerlich mit einander verknüpft. Die Dunkelheit macht uns auch unabhängig. Viele von uns gehen einen eher unkonventionellen Lebensweg, wenn auch nicht alle. Aber uns ist der Freiheitsdrang inne und eine besondere Lust auf Leben. Das bedeutet aber auch, das Thema Tod nicht zu verschweigen. Ich für meinen Teil bin noch immer sehr eng mit meinem Freund verbunden, der vor 3 Wochen starb. Diese Liebe ist sehr innig und man muss verstehen, dass ein Toter nicht wirklich "weg" ist. Darum gehört der Tod sehr wohl zum Leben dazu.
Die unterschiedlichen Musik-Genre vermischen sich sehr oft, da man einfach alles hört was man gut findet. Auch wenn sich dieses "gutfinden" aufgrund der speziellen Vorliebe eben im düsteren Bereich ansiedelt. Es gibt glaub wenige Goths die sich NUR einem Genre verschreiben. So ist das auch mit den Mittelalter-Leuten und den Cybern. Die Horror-Punks gehören eigentlich gar nicht zu uns und die beiden anderen auch nicht. Allerdings verbinden viele Goths das eine mit dem anderen. So zum Beispiel dass die Raver-Einflüsse mit schwarz gemischt werden und Endzeitfantasien ausgelebt werden - das ergibt den Cyber, der auch Goth ist. Aber der Cyber muss nicht zwingend auch Goth sein. Ebenso der Mittelalter.Freund, der durchaus auch Goth sein kann, aber auch genauso gut Metaler sein kann. Dadurch wird das gemischt und man kann am Ende nicht mehr genau sagen, was derjenige nun ist. Er ist das als was er sich selbst sieht und wenn er sagt: Mittelalterrocker, dann ist das eine Mischform die er selbst bestimmt hat und die deshalb auch zur Szene gehört. Zu dieser gehört aber auch nur der, der seinen Freundeskreis großteils in ihr hat. Wer ganz allein für sich gruftig ist, mag sich Goth nennen und die Einstellung und alles teilen, aber er ist dann noch nicht in der Szene, sondern eine Randfigur. So geht es jedem am Anfang. Man kommt erst mit der Zeit richtig rein. Bei mir hat es jetzt nach 7 Jahren so richtig Aufwind gegeben. Diese Zeit hab ich aber auch gebraucht um mich zu finden und zu stabilisieren. In der Szene wird auch nur als "echter" Goth akzeptiert, wer über Jahre hinweg dabei ist und zeigt, dass er nicht nur mitläuft sondern auch was für die Gemeinschaft tut.
Das ist so ganz knapp gesagt das Grundgefühl. Wenn du weitere Fragen hast, komm ins Weltenfinsternis Portal. Wir sind ein Forum für Goths und Interessierte und wir versuchen jede Frage so gut es geht zu beantworten.
www.weltenfinsternis.de
Also was ich so gehört habe, soll es im Dunklen Leben wohl schon gravierende Schwierigkeiten mit Usern gegeben haben und ich muss sagen, ich war mal da um mich umzuschauen. Nee, da würde ich nicht dauerhaft hinwollen, irgendwie hab ich mich da gar nicht wohlgefühlt. Ist natürlich subjektiv, aber ich denke man sollte auch Erfahrungsberichte mit einbeziehen.