Ich war in Ghana und habe dort immer und überall Fufu serviert bekommen, die Nationalspeise Ghanas. Zum Fufu (ein kaugummiartiger Brei) wird oft Light Soup serviert, eine scharfe, würzige Sauce. Es ist hier etwas schwierig nachzumachen, da du dafür einen Fufustock brauchst, mit dem du das Fufu stampfen musst. Wenn du dafür einen hier handelsüblichen Mörser o.ä. nimmst, kommt nicht das gleiche Ergebnis raus. Aber ich gebe dir trotzdem mal mein original ghanaisches Rezept für Fufu, das ich dort fleißig mitgeschrieben hab:
Für das Fufu: Maniok (2/4) Kochbananen (1/4) Cocoyam (1/4) Mit den Viertelangaben meine ich einfach, dass doppelt so viel Maniok wie Kochbananen und Cocoyam gebraucht werden. Ich weiß nicht, was Cocoyam auf deutsch ist, es ist jedenfalls rot und schmeckt so ähnlich wie Maniok.
Für die Light Soup: 3 kleine Tomaten eine Packung Tomatenmark 4-5 Zehen Knoblauch Ingwer (ca. 3x3 cm groß) eine kleine Zwiebel Fleisch nach Wahl (nicht viel - es sollen nur ein paar Stücke in der Suppe schwimmen) 8-10 scharfe Chilischoten (Achtung, dann wird die Suppe wirklich scharf) 2 gelbe, kleine Auberginen Salz, Pfeffer
Maniok, Kochbananen und Cocoyam werden in grobe Stücke geschnitten und in wenig Wasser zugedeckt gekocht. Das dauert eine ganze Weile, sie sollen ganz weich werden. Im Topf kommen die Kochbananen ganz nach oben, weil sie am weichsten sind. In der Zwischenzeit wird die Light Soup zubereitet: Knoblauch, Zwiebeln und Ingwer werden in kleine Stücke geschnitten und mit einem Mörser gemeinsam zu einem Brei gemacht. Das Fleisch wird in sushigroße Stücke geschnitten. Der Brei kommt mit dem Tomatenmark, den Tomaten und dem Fleisch in einen Topf. Dazu wenig Wasser, dann kochen. Später erst werden die Chilischoten mit den Eggplants gemörsert und ebenso hinzugefügt. Jetzt kommt das restliche Wasser hinzu - so viel, wie man es für eine Suppe angenehm findet. Mit Salz und (viel!) Pfeffer abschmecken.
Sind die Gemüsestücke für das Fufu weichgekocht, werden sie ordentlich getrennt. Die Holzschale, in der sie zerstoßen werden sollen, wird nass gemacht. Zuerst werden die Maniokstücke mit einem großen Fufustock (ca. zweieinhalb Meter lang) zerstoßen. Hierbei legt man erst ein Stück in die Schüssel, es wird gestampft, bis es ein Brei ist, dann das zweite Stück... Sehr langsam arbeitet man sich voran. Dann kommt ein Stück Cocoyam hinzu, es wird wieder ordentlich gestampft, noch ein Stück Cocoyam. Und so weiter. Die ganze Prozedur dauert lange, und man braucht als Stampfer Kraft in den Armen. Was mit den Kochbananen passiert? Ich weiß es nicht, wir haben sie beim Zubereiten schon gegessen, sie waren so lecker. Wahrscheinlich werden sie normalerweise einfach mitgestampft. ;) Man braucht zum Stampfen zwei Personen: Eine, die stampft, und eine, die den Brei immer in die Mitte rückt, während der Stampfer den Stock gerade hochhält. Der Verrücker hat eine Wasserschale neben sich und hält seine Hände ständig feucht. Niemand darf aus dem Rhythmus kommen, sonst gibt es Händefufu. Und ich glaube, das will niemand. Hat man einen Ball, der etwa einem E-Körbchen entspricht (sorry, mir fällt echt kein anderer Vergleich ein), wird er beiseite gelegt, und es geht weiter mit neuen Stücken. Dabei werden die alten Bälle immer wieder in die Schüssel gelegt und mitgestampft, damit sich alles vermischt. Die Fufubälle sind fertig, wenn sie eine kaugummiartige Konsistenz erreichen, die glatt ist und keine Stücke aufweist. Dann wird serviert: In eine Schüssel kommt ein großer Fufuball, darüber wird die Light Soup gegoßen. Jetzt schaut nur noch das obere Fünftel des Fufuballs heraus, der Rest ist in der rot glänzenden Light Soup verschwunden. Jeder sollte etwa zwei bis drei Stückchen Fleisch in seiner Suppe haben. Gegessen wird nur, und zwar NUR mit der rechten Hand. Man reißt ein Stück Fufu heraus (ist am Anfang schwierig, weil es von außen so glatt ist) und tunkt es in die Suppe. Dann wird das Ganze in den Mund gesteckt, danach leckt man genüsslich die triefenden Finger ab. Das Fleisch kommt mit einem Haps in den Mund, manche sparen es sich gern zum Ende auf. Ist am Ende zu viel Fufu übrig, schüttet man gern noch frische, heiße Suppe hinterher. Ist am Ende zu viel Suppe übrig, trinkt man sie aus der Schüssel. Es muss jeder selbst sehen, was er für ein Verhältnis von Suppe und Fufu mag. Es gilt als Zeichen der Freundschaft, wenn alle aus einer Schüssel essen, dann natürlich mit einem größeren Fufuball und mehr Fleischstücken. Isst man so langsam wie ich, bekommt man am Ende schrumplige Oma-Hände. Das vermindert den Geschmack des Fufus nicht, keine Sorge.
Viel Spaß beim Nachkochen und guten Appetit!
(Und sorry für die lange Antwort, ich wollte es halt gaaanz genau machen)!
PS: die auswahl ist sehr viel grösser wenn du englisch googelst!
Dankeschön ;)