Hallo,
zuerst mal kommt das, was du reiten kannst, natürlich auf den Ausbildungsstand des Pferdes an!
Darauf musst du Rücksicht nehmen, aber das ist ja eigentlich logisch ;-)
Was meines Wissens nach gar nicht möglich ist, ist, dass du mit dem Pferd auf Turnieren startest, weil die glaub ich erst bei der FN angemeldet werden müssen. Außerdem, was soll da anders sein? Klar, andere Umgebung und evt. etwas Stress, aber sofern du das Pferd richtig behandelst (sprich, Beziehung aufbauen, du Leittier), sollten solche Umstände kein Problem darstellen.
Beim Turnier zugucken kannst du sicherlich, allerdings bezweifle ich, dass eine Privatperson mit ihrem Pferd, das sie verkaufen wil und das zur Besichtigung bereitstehen soll, noch aufs Turnier fährt. Außerdem gibts bei Privatpersonen immr einen Grund: Keine Zeit, Angst, Keine Lust etc., da ist es unwahrscheinlich, dass sie mit dem Pferd noch auf Turniere gehen.
Züchter gehen mit ihren Verkaufspferden in der Regel gar nicht auf Turniere.
Dass dir das Pferd zuerst voreritten wird und du dann selbst reitest, ist die Norm. Einige Käufer kommen mehrmals zum Probereiten, aber mehr als 4 Mal ist ungewöhnlich.
Aber wenn du dem Verkäufer deine Beweggründe schilderst, wird er sicherlich Verständnis dafür haben. Wunder dich aber auch nicht, wenn dem Verkäufer das Warten zu doof ist, und er das Pferd einem anderen Kaufinteressenten verkauft, der sich früher entschieden hat.
Geländeritte sind auch normal (gerade wenns ein Freizeitpferd werden soll, aber auch bei turniergeeigneten Pferden, denn viele Turnierreiter trainieren richtigerweise auch egelmäßig im Gelände), je nach Ausbildungsstand des Pferdes. Du kannst in der Gruppe und allein reiten gehen (bei "allein" ist der Verkäufer sicherlich mit dem Rad dabei), das ist aber auch nicht immer so, bei Islandpferdezüchtern, auch bei großen, die teure Pferde verkaufen, ist das normal. Erfrag das einfach mal!
Dass eine Probezeit vereinbart wird, kommt grade in meinem Bekanntenkreis vor, ist aber sehr selten und ungewöhnlich. Allerding wird da auch von Privta gekauft, Züchter werden das aufgrund von Ansteckungsgefahren und der Möglichkeit, dass du das Pferd völlig verhunzt oder sogar krank machst, sicherlich nicht machen. Da gibt es andere, die sowas nicht fordern und das Pferd schneller kaufen, als du dich entschieden hast.
Aus den selben Gründen machen das auch Privatleute eigentlich nicht. Da musst du die schon gut kennen oder jemand anderes legt ein gutes Wort für dich ein, auf das vertraut wird.
Aber wenn das Pferd nicht zu dir kommt, kannst du ja zum Pferd kommen. Es gibt viele Verkäufer, die Kaufinteressenten mehrere Wochen wie eine Reitbeteiligung ausprobieren lassen, dann stehst du noch unter "Beobachtung" und kannst nicht ganz so viel kaputt machen. Allerdings ist das auch eher bei Privatverkäufern der Fall, große Züchter haben es einfach nicht nötig, so ein Traraa mitzumachen, so böse es klingt ;-)
Je mehr das Pferd wert ist, desto weniger wird der Verkäufer es aus der Hand geben, dessen musst du dir bewusst sein. Aber auch viele Privatleute werden das nicht machen, weil ihnen genauso etwas an ihrem Pfrd liegt. Zwar nicht, weil es eine bomben-Abstammung hat, sondern weil sie um den persönlichen Wert des Pferds genauso wissen und sie an ihrem Pferd hängen.
Aber auch, wenn ein Verkäufer dich lange ausprobieren lässt, muss das nichts damit zu tun haben, dass er unseriös ist und dir sein Pferd hinterherschmeißt. Viele Züchter und Privatleute wissen zum Glück noch, dass es Menschen gibt, die zu ihren Pferden auch eine Beziehung aufbauen möchten und es wie ein Pferd und nicht wie ein Sportgerät sehen und sagen "Größe und Abstammung passt, nehm ich!", und dass das auch ein bisschen Zeit braucht.
Wenn sie dir die geben, sei froh, dass du einen Verkäufer hast, der da noch Wert drauf legt und aufgrund dieser Einstellung sein Pferd sicherlich auch viel gründlicher und besser ausgebildet hat (mit "besser" mein ich nicht, wie weit das Pferd nu die Beine schmeißen kann, sondern ich meine die Basics und das Urvertrauen in den Menschen). Außerdem kann der Verkäufer durch mehrmaliges Probieren selbst sicher sein, dass es bei dir und dem Pferd passt - und sowas macht er eben, wenn er es nicht jedem hinterherschmeißt!
Aber mach dir mal keinen Kopf: Pferdekauf ist eine Sache des Bauchgefühls (Edit: Wie Tangstedt ja auch schon beschrieben hat :D ), du merkst sehr schnell, ob dir ein Pferd vom Typ, Charakter und Ausbildungsstand liegt.
Und weil Pferde (egal ob ach-so-wertvolles-Sportpferd für 5-stellige Beträge oder Freizeitpferd) nie monoton reagieren und immer mal einen sehr guten oder schlechten Tag haben und Wesen sind, die man nicht an ein oder 2 Terminen kennenlernt, ist es völlig in Ordnung, dass du merhmals probieren willst.
(...)
Ich habe ein Privatgrundstück im Wald, das heißt, ich darf dort fahren.
Ich habe ein Privatgrundstück im Wald, das heißt, ich darf dort fahren.
Darauf ein klares JEIN!
Du darfst dort ohne Führerschein mit einem Kraftfahrzeug nur dann unterwegs sein, wenn das private Grundstück eingezäunt ist, was ja im Wald nur sehr selten der Fall ist.