Auch wenn es heißt, dass die EZB "Geld druckt" ist das nur ein bildlicher Ausdruck, der nichts mit der Realität zu tun hat. Papier- und Münzgeld nehmen im Verhältnis zur gesamten Geldmenge ab, denn wenn Du z.B. mit Karte bezahlst, nimmt niemand mehr reales Geld in die Hand. Es handelt sich hier im Wesentlichen um Buchgeld für die Banken, um Engpässe zu vermeiden, weil sich die Banken untereinander nicht mehr trauen. Normalerweise gibt es ein Tagesgeldgeschäft zwischen den Banken, bei dem die sich gegenseitig Geldleihen, um die Liquidität (Verfügbarkeit) für das Tagesgeschäft sicherzustellen. Da hakts aber, weil keine gute Bank Geld an eine schlechte verleihen will, das sie dann nicht mehr rechtzeitig zurückbekommt und schon gar nicht mit den vereinbarten Zinsen. Damit das Geldgeschäft vor allem für Investoren nicht ins Stocken kommt und auch die Reale Wirtschaft darunter leidet, hat die EZB den Banken zu einem Spottpreis die Geldverfügungsmenge erweitert. Wenn das dann irgendwann zwischen den Banken wieder besser ins Laufen kommt, sammeln die das Überschussvolumen wieder ein.
Komm mal nach Frankfurt, und schau Dir die gewaltigen Bürotürme an, die jetzt für die EZB neu entstehen, obwohl es da keine Bankschalter für Privatkunden gibt. Da sitzen große Spezialabteilungen, die nichts anderes tun, als das Geschehen auf den Finanzmärkten zu überwachen, auch die Geldmengen. Da werden gewaltige Mengen an Informationen von allen nationalen Banken und Privatbanken ausgewertet, Unmengen von Statistiken gewälzt. Wieviel Geldmenge zur Verfügung gestellt wird, wieviel davon als Bankengeld an die Kunden gehen kann, das sind politische Entscheidungen und die Politik hat viele Stellschrauben, den Finanzverkehr zu reglementieren.
Wovon hängt die Menge ab? Da empfehle ich Wikipedia: WIRTSCHAFTSKREISLAUF. Da wird ein einfaches Modell mit Haushalten und Wirschaft mit zwei Kreisläufen dargestellt: Dem Güterkreislauf und dem Geldkreislauf. Das eine ist das Gegenstück des andern. Zur Berechnung der Geldmenge für den Geldkreislauf kommt noch die Umlaufgeschwindigkeit als Faktor ins Spiel. Das wird dann mit Banken und Staat und Ausland immer komplizierter, die Notwendigkeit, dass sich die Kreislaufmengen entsprechen müssen bleibt.
Also gibt die EU (als Institution) das Geld aus? Und was passiert mit dem Geld, welches als Kredit an z.B. die Comerzbank geht, wenn diese es zurückzahlen? Hängt es dann wieder im "Staatssäckel" der EU?