Afrikas Hungersnöte sind vermeidbar
Ethnische Zugehörigkeiten prägen die Gesellschaften großer Teile Afrikas. Da viele afrikanische Politiker auf die ethnische Polarisierung setzen, haben sie keine Vorstellung von Gemeinwohl. Es wird nicht in das öffentliche Schul-und Gesundheitswesen, Familienplanung und Landwirtschaft investiert. Länder wie Kenia, Uganda, Äthiopien, Südsudan geben mehr Geld für Waffen als für die Ernährung ihrer eigenen Bevölkerung aus.
Die extremen Bevölkerungszuwächse werden weitgehend ausgeblendet. Die Bevölkerung in Subsahara-Afrika hat sich seit 1990 fast verdoppelt. Die Hilfsindustrie setzt sich nicht mit diesen Tatsachen auseinander und macht stattdessen für die fortgesetzte Notlage Afrikas den angeblich reichen Westen verantwortlich-und sichert sich eine glänzende Einkommensquelle. 2,3 Milliarden Euro spenden allein die Deutschen pro Jahr. Das ist viel Geld, das entsprechende Begehrlichkeiten weckt. Dennoch Nothilfe muß sein. Aber da Nahrungsmittelhilfen das Problem nicht dauerhaft lösen, sollten die Hilfsorganisationen-auch gegen den Widerstand der Machteliten- arme Bauern unterstützen und Saatgut, Dünger , Ausbildung zur Verfügung stellen.Was nicht produziert wird kann nicht gegessen werden
Afrikas Eliten müssen den Kampf gegen den Hunger wirklich ernst nehmen. Die Investitionen in die ländliche Entwicklung , mit Bildung, Landwirtschaft, Gesundheit und Familienplanung müssen deutlich steigen. Afrika hat weltweit die höchsten Geburtenraten. Bis zum Jahr 2050 wird sich die Zahl der Menschen in Subsahara-Afrika verdoppeln und bis Ende des Jahrhunderts vervierfachen. Kaum ein Land stellt sich dem Problem. Nicht Wetter oder Spekulanten tragen die Hauptschuld an dem Hungerelend. In nur wenigen Ländern wird die Landwirtsschaft gefördert. Alle Warnsignale wie Hungerrevolten 2008 und 2012 in West und Zentralafrika ignorieren die Regierungen. Trotz steigender Ernährungsunsicherheit und sinkender landwirtschaftlicher Produktion gehen mit Ausnahme von Ruanda, Madagaskar, Malawi und Mali nur fünf Prozent des Staatsbudgets in die Landwirtschaft. In den vier genannten Ländern sind es 10 Prozent. Das ist so weil die Landwirtschaft im Gegensatz zu Öl, Diamanten oder Gold nicht durch eine kleine Elite zu beherrschen ist. Dort wo Menschen hungern, rufen die Regierungen nach Hilfe aus Europa oder Amerika anstatt selbst Verantwortung zu übernehmen. Diese kurzfristigen Hilfen zerstören aber gleichzeitig die lokalen Märkte.
80 Prozent der Bevölkerung lebt auf dem Lande
Es fehlt an Wasser, an Speichern, Anbautechniken, einer Infrastruktur wie ganzjährig befahrbare Pisten und einer funktionierenden Distribution. Dreißig Prozent des Getreides, Obst und Gemüse verrotten auf dem Weg vom Acker zur Ladentheke. Ursache der Nachernteverluste sind unsachgemäße Lagerung, Feuchtigkeit und Schädlingsbefall.
Durch verbesserte Anbaumethoden und Schutz vor Erosion und Versalzung könnten die Erträge leicht verdoppelt werden. Die Landbevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft und Viehzucht , wobei die Ernährung der eigenen Familie im Mittelpunkt steht. Der Bedarf des Kontinents an Nahrungsmitteln kann so nicht gedeckt werden. 300 000 Tonnen Lebensmittel müssen jedes Jahr eingeführt werden.
Volker Seitz, Autor "Afrika wird armregiert"
Vielen Dank! Das mit den Klasuren und Klassenarbeiten ist halb so wild... da gewöhnt man sich dran.... Aber manchmal gehen einem die Ideen aus.... Deswegen vielen dank!