Das Ohr besteht aus Innenohr, Mittelohr und dem äusseren Gehörgang / Ohrmuschel. "Druck" baut sich auf, wenn im Mittelohr die Druckverhältnisse in Relation zum Umgebungsdruck zu hoch / tief sind. Der Druckausgleich findet statt über die Eustachischen Röhren ("Tuba auditiva"), zwei kleine Verbindungsgänge zwischen Mittelohr und demRachen. Sind in Folge z.B. einer Erkältungskrankheit oder aufgrund anderer Ursachen die Schleimhäute innerhalb der Eustachschen Röhre angeschwollen oder die Mündungsstelle aufgrund z.B. chronisch entzündeter "Rachenpolypen" verlegt, so kann ein Druckausgleich nicht mehr automatisch, zuweilen auch nicht mehr durch das "Pressdruck - Maneuver" .
Es hilft die kurzfristige Anwendung von abschwellenden Nasentropfen. Hierdurch "öffnet" sich die Mündungsstelle der Eustachschen Röhre im Rachen ein wenig besser und der Druckausgleich kann besser stattfinden.
du hast mir wirklich sehr geholfen! aber eine frage hätte ich da noch...wie oft und mit welchem zeitabstand sollte ich die nasentropfen benutzen? und kann es auch sein das wenn bei mir da alles zugeschwollen ist das ich dan auch manchmal schmerzen hab im ohr (stechend) denn das habe ich auch aber in großen zeitabständen... danke das du mir das alles so gut erklärt hast...bin nun sehr beruhigt
Es sollte am Besten eDavon sollten dann pro Nasenloch morgens und Abends jeweils ein Sprühstoß apploiziert werden, während man tief durch die NAse einatmet - so kommt mehr von dem Wirkstoffaerosol an der Rachenhinterwand an. Die Anwendung darf NICHT den Zeitrsum von etwa einer Woche überschreiten, da die Substanz zu einer Abhängigkeit ("Privinismus", Privin ist ein Handelsname...) führen kann. Bei Herz - Kreislauferkrankungen sollte mit dem Xylomethazolin vorsichtig umgegangen werden, da es kurzfristig Blutdruck und Herzfrequenz beeinflussen kann. Nasensprays, die nur Salzlösung oder Dexpanthenol enthalten sind hier nicht wirksam, da sie keine abschwellende Wirkung haben. Wenn es Schmerzen im Ohr gibt, so spricht das für eine eventuelle Mittelohrentzündung, das kann man aber nur sagen anhand eines Blickes durch den äusseren Gehörgang auf das Trommelfell. Im Falle einer Mittelohrentzündung ist ein Xylomethazolinhaltiger Nasenspray auch angebracht, zusätzlich jedoch noch ggf. Antibiotika. Ich empfehle einfach den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst aufzusuchen, die können dann im Zweifelsfall auch ein Rezept zu den benötigten Medikamenten ausstellen. Wann / Wo der nächste diensthabende Arzt sitzt kann unter der bundeseinheitlichen Rufnummer 116117 erfragt werden - das ist die Rufnummer des Notdienstes der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.
ABER : Ferndiagnosen gibt es nicht, im Zweifelsfall muss sich wirklich ein Kollege direkt das Tromelfell / die Rachenhinterwand im Rahmen einer einfachen Untersuchung anscheuen.
Gute Besserung, Artiranmor