Das Christentum war die Staatsreligion der meisten Staaten in Europa, und die haben in einer entscheidenden Phase der Weltgeschichte die Gelegenheit genutzt, sich in alle Richtungen der Welt auszubreiten. Dazu nur solche Stichworte wie: Kolumbus, Konquistadoren, Kolonien usw. etc.
Es zeigt sich dabei ein gewisser Trend: "entwickeltere" Religionen wie Christentum und Islam verdrängten bei Ankunft immer ziemlich schnell sog. "Urreligionen". Wo entwickeltere Religionen (also etwa die, die wir heute Weltreligionen nennen) aufeinander treffen, gibt es kaum Konversionen. In den islamischen Regionen Nordafrikas, die alle von europäischen Ländern kolonisiert waren, erreichten die christliche Minderheiten von selten über 1 Prozent.
Die die christlichen Staaten gewaltige Gebiete - va. auch in Amerika - in Besitz nahmen, die von Naturreligionen besiedelt waren und deren Anhänger entweder konvertieren konnten oder die Ureinwohner völkermordeten und das Land mit eigenen Siedlern aus der Heimat mit ihrer Konfession besiedelten, erreichten sie eine grosse Bevölkerungszahl.
Rechne ,mal aus, wieviele der Christen in Amerika von der Arktis bis ans Kap Hoorn wohnen und ziehe die von der Gesamtzahl ab!
Die zweitgrösste Religion Islam hat sich in Afrika und nach Asien auf ähnliche Weise ausgedehnt. Anderen Religionen fehlten solche Kolonisierungsaktivitäten ihrer Völker bzw. Staaten in Naturreligionsgebiete oder mit Völkermorden wie denen in Amerika, darum gerieten sie ins Hintertreffen.
Das hat zu knapp 100 Prozent mit Politik und Geschichte zu tun und zu ca. 0 Prozent mit religiösen Inhalten.
In Ägypten beträgt die Zahl der Christen, je nach Betrachtungsweise zwischen 8-15%, ganz ähnlich sieht es in den meisten Ländern des Nahen Ostens aus. Auch in der Türkei und in Persien gab es große Zahlen von Christen und Juden, die wurden übrigens erst im Zeitalter der Nationalstaaten 'reduziert', der Anteil der Christen und Juden im theokratischen Iran, ist erst nach der Errichtung des Gottestaates so stark gesunken...echt
Ich habe den Nahen Osten und Ägypten mit gutem Grund heraus gelassen, da ich keine Aufzählung christlicher Bevölkerungsanteile betreiben, sondern die Frage beantworten wollte. Die christlichen Minderheiten in der genannten Region sind kein Ergebnis von Konvertierung im Kolonialzeitalter, sondern authochthone Minderheiten, die entweder in der Zeit der Kreuzzüge entstranden sind oder sogar noch in die (ost)römische Zeit zurück reichen. Daher handelt es sich i.d.R. auch nicht um westeuropäische Kolonialzeitmissionskirchen wie die Katholiken und Protestanten, deren Anteile dort nicht wirklich höher sind als im Maghreb. Sondern es sind eingesessene Ostkirchen wie die orthodoxen oder die koptische.
Ich habe selbst im Nahen Osten gelebt und ich kann soviel sagen. von der Seite der dortigen Gesellschaften werden die Christen nicht "reduziert". Sie wandern einfach häufiger aus als die Muslime.
Und ich möchte jetzt noch darauf hinweisen, dass ich keine dieser fruchtlosen "Diskussionen" wünsche. Schon gar nicht zum Thema Religion. Ich werde jede Meldung unter dieser einmaligen Antwort beanstanden.