Hallo Wendi,
das ist eine sehr verzwickte Situation. Prinzipiell gibt es kein Gesetz, das ein Höchstalter von Reifen festlegt (Ausnahme Wohnwagenreifen mit 100 km/h Zulassung). Die Richtlinie oder Empfehlung mit zehn Jahren die man immer wieder hört ist unverbindlich und ein Reifen kann bei entsprechender Lagerung und Behandlung auch nach 10 Jahren noch gut sein. Ob deine Reifen das noch sind oder ob sie bei der TÜV Prüfung hätten beanstandet werden müssen läßt sich aus der Ferne natürlich nicht beurteilen. Dazu kommt, daß der Prüfer natrich auch hier einen gewissen Ermessensspielraum hat.
Die rein rechtliche Situation ist also erst mal: Ihr habt die Reifen vor dem Kauf nicht überprüft und beanstandet, der Wagen hat mit diesen Reifen eine HU Prüfplakette erhalten, die Prüfplakette wurde von einem ordnungsgemäß bestellten Prüfer zugeteilt.
Jetzt gibts zwei Möglichkeiten für euch:
Der einfache Weg ist, die Kröte schlucken. Hin zu einem Reifenhändler (www.reifen-vor-ort.de erleichtert die Suche) und einen Satz Neue kaufen. Tut euch selbst einen gefallen und nehmt nicht den blligsen Chinamüll sondern zumindest einen vernünftigen Markenreifen a la Firestone, Fulda, Kleber, etc wenn ihr nicht in Conti oder Michelin investieren wollt.
Der steinige Weg. Dazu müßtet ihr nachweisen, daß trotz TÜV Plakette die Reifen verkehrsunsicher sind und euch am Ende sogar die Frage gefallen lassen ob ihr beweisen könnt, daß die Reifen die jetzt auf dem Fahrzeug sind, genau die sind mit denen ihr es gekauft habt bzw. mit denen es die HU bestanden hat. Was natürlich tatsächlich "ein Geschmäckle" hat ist, wenn der Prüfer so heißt wie das Autohaus - aber auch das kann natürlich Zufall sein (wenn es nicht ein sehr exotischer Name ist). Zumindest könnte man hier mal die TÜV Geschäftsstelle kontaktieren und Nachfragen ob der TÜV da etwa einen Prüfer rausschickt wo offensichtlich ein "Interessenskonflikt" besteht und darauf Hinweisen, daß man den Verdacht eines Gefälligkeitsgutachtens hat. Theoretisch müßte der Leiter der TÜV Geschäftsstelle an einer Aufklärung interessiert sein und läßt sich vielleicht auf eine kostenlose Nachprüfung durch einen anderen Mitarbeiter ein. Aber das ist wie gesagt alles Verhandlungssache und wird euch mit Sicherheit Zeit und Nerven kosten.
ghm
Super Tipp... wäre ich ohne dich nie drauf gekommen
Daher ja, wenn du ganz allein darauf gekommen wärst, hättest ja hier nicht gefragt.