Dass wäre grundsätzlich nur für einen Zeitpunkt in der Vergangenheit möglich, da wir nie mit Sicherheit vorhersagen können, wie ein Stern in der Zukunft aussieht. Und auch die Vergangenheit ist nur insoweit klar, wie wir selbst Aufzeichnungen haben - also von vielleicht gut gemeinten 200 Jahren, wenn es um genauere Details der helleren Sterne geht. Weiter zurück liegen uns nur Daten über wenige auffällige Erscheinungen vor. Somit ist auch weiter zurück mehr Mutmaßung denn Wissen. Und wenn man dann, wie Du ja auch, recherchiert, wie unterschiedlich Lange das Licht der Sterne zu uns braucht, sind 100 Jahre im Vergleich gar nichts.
Aber auch wenn wir alle Regeln des Kosmos verstanden hätten und somit im Stande wären, eine solche Simulationssoftware zu erstellen, würde keine Rechenleistung der Welt dazu ausreichen: Schon aufgrund des Mehrkörperproblems in der Physik ist die Berechnung gegenseitiger Einflüsse von mehr als zwei Himmelskörpern aufeinander extrem aufwändig und potenziert sich mit der Anzahl und der Zeitspanne noch - egal ob in die Zukunft oder die Vergangenheit. Klar ließe sich manches vereinfachen, aber dann würde das Simulationsergebnis auch immer mehr mutmaßlich...
Und ganz grundsätzlich stellt sich da die Frage der Gleichzeitigkeit im Universum: Einen von Dir als überall gleich angenommenen Zeitpunkt gibt es nämlich nicht. Da dies ein komplexes Thema ist, versuche ich mich gar nicht erst an einer Erklärung, sondern empfehle Dir den 15-minütigen populärwissenschaftlichen Videobeitrag "Was ist Gleichzeitigkeit?" aus der Reihe alpha-Centauri - sehr sehenswert.
Und auch wenn Du Dich dann auf das heute auf der Erde festlegen würdest, ist das Ergebnis nicht mehr als ein Rechenmodell des Universums: Es würde Geschehnisse gemeinsam am Himmel zeigen, die für Dich als Beobachter auf der Erde aber gar nicht gleichzeitig erschienen sind, ja an keinem Ort im Universum gleichzeitig zu sehen waren. Somit ist letzlich nur eine bezugsabhängige Darstellung sinnvoll - sei es nun Berlin oder Proxima Centauri.
Aber mein Körper hat keine Atmosphäre. Wenn ich auf dem Merkur stehe, würde ich wohl verbrennen. Verlasse ich ihn, würde ich auf Grund der Kälte des Alls wieder erfrieren. Die Kälte wird sich von der Temperatür her ja nicht verändert haben. Egal ob ich um die Erde fliege oder den Merkur. Da ich selber ja aber keine Atmosphäre habe, wär es doch nur logisch, wenn mir auch direkt vor der Sonne ziemlich kalt wär.