Ich kann gut verstehen, dass Du aufgeregt bist, weil KIK Produkte aus Kinderarbeit verkauft.
Nur, aus eigener Erfahrung weiß ich, dass der Boykott von Produkten die Kinder hergestellt haben nur den Kindern und deren Familien schadet.
Der Hauptgrund für Kindeerarbeit ist (zumindest in Indien und Bangladesh), dass die Familie auf das Geld, das von dem Kind verdient wird, angewiesen ist, um überleben zu können. Ein Einkommen von weniger als 1 Euro = 65 Rupee pro Tag ist keine Seltenheit in den Slums von Kolkata (Kalkutta) oder Mumbai (Bombay). Ein Kilo Reis – minderer Qualität – kostet rund 20 Rupee. Auch für die schäbigste Hütte im Slum muss „Miete“ bezahlt werden, denn auch dort gibt es "Vermieter" die die Hand aufhalten und Geld verlangen. Kinder im Alter ab etwa 7 bis 8 Jahre tragen mit ihrer Arbeit zum Überleben der Familie bei. Dass sie dabei gnadenlos ausgenutzt werden ist selbstverständlich. Ohne das Einkommen aus der Kinderarbeit würde die Familie zeitweise hungern.
Ich habe dieses und vergangenes Jahr ein Projekt in Howrah, der Zwillingsstadt von Kalkutta besucht. Das Projekt von H.E.L.G.O. e. V. in Hamburg ermöglicht Kinderarbeitern eine Alternative. Bildung statt Kinderarbeit.
Auch ich habe ein Patenkind da, das bis vor zwei Jahren Müllsammler auf einem riesigen Müllberg war. Sein Vater ist Tagelöhner und verdient rund 100 Rupee am Tag (das sind 1,10 Euro). Davon ernährt er Frau und seine drei Kinder. Durch die Förderung durch H.E.L.G.O. e. V. (kann man googlen) kann er jetzt in eine Hindi Medium School gehen. Zusätzlich erhält er Nachhilfe, denn ohne das geht er im indischen Schulsystem unter. HELGO zahlen für die Schule, für Hefte und Bücher und kompensieren den „Verdienstausfall“ des Kindes mit Reis und anderen Lebensmitteln. Wir alle sind gegen Kinderarbeit! Wir alle wünschen Kindern auf der ganzen Welt eine frohe Kindheit und eine Perspektive für das Leben. Das Projekt von H.E.L.G.O. e. V. bietet die richtige Strategie Kinderarbeit wirksam zu be¬kämpfen: BILDUNG STATT KINDERARBEIT und Unterstützung der Familien durch Lebens¬mittel, damit entfällt der Anreiz und Grund für die Kinderarbeit. Boykott von Staaten die Kinderarbeit tolerieren, von Kindern hergestellter Produkte, oder Hän¬dler, die diese verkaufen halte ich persönlich für den falschen Weg. Boykott schadet immer dem Kind und dessen Familie und gibt den Betroffenen keine dringend benötigte Hilfe.
Ich habe viele Familien besucht und schicke dir darüber gerne meinen Bericht. schreib mir an emails3 at gmx.de DANKE
Ahhhhhhh, jetzt versteh ich, es geht um Kinderarbeit...aha. Naja, andere Länder andere Sitten, und ich habe nicht den Eindruck, das die Kinder dabei grossen Schaden erleiden. Im Mittelalter war das übrigens auch Gang und Gebe, und die haben es auch alle Überlebt.
Nee, haben sie nicht. Die sind längst gestorben!
Na der Satz war ja mal sachlich und von wissen geprägt...