Letztes Jahr hatte ich mir einem Gasthund (einen Rottweiler-Mix) das gleiche Problem. Der zog meine 90kg locker vom "Hocker", die Besitzer hatten mich schon vorgewarnt und geraten, ihn nur im Garten zu lassen.
Zusammen mit meinem Hund, war es zu anfangs sehr schwierig, aber ich habe es konsequent durchgehalten. Wenn er zog, blieb ich stehen (so unvorstellbare 2-3min), ohne ein Wort, einfach so und schaute "betont" gelangweilt in der Gegend rum. Das hat er genau gesehen ;-D).
Wenn er etwas locker ließ, bekam er ein Lob und ein Leckerchen. Wir hatten nur ca. 800m bis zu der Quinta, wo ich ihn mit Meinem laufen lassen konnte. Auf diesen 800m habe ich bestimmt 20-25mal stehenbleiben müssen. Zum Schluß wurden die Abstände schon länger. Der Rückweg wieder über die Straße, war auch stressig, aber es ging schon etwas besser und er bekam auch nur noch bei jedem 2-3mal ein Leckerchen, aber immer ein großes Lob, denn ich wollte ihn ja nicht füttern.
Nachmittags wieder alles wie gehabt, aber die Abstände wurden länger und länger, alles ohne einen Befehl (er versteht kein Deutsch, war ein portugiesischer Hund). Der Rückweg war schon fasst gut, nur so 4-5mal starker Zug.
Abends wieder, aber der Zug war schon nicht mehr so heftig. So insgesamt 4-5mal.
Am nächsten Morgen war es fast gut und ich freute mich schon, als er aber die Quinta sehen konnte, zog er wieder so 3-4 mal.
In den folgenden Tagen war es bis auf kleine Ausreißer (z.B. wenn andere Hunde uns begegneten), wo ich jedesmal so gehandelt habe, als wäre es das erste Mal, war es dann schon ganz gut und in der Folgewoche trat es gar nicht mehr auf.
Wenn uns Hunde begegneten, habe ich meinem Hund mit Sichtzeichen (Sichtzeichen sind ja für Hunde allgemein veständlich) Sitz befohlen, was er nachgemacht hat. Und so haben wir den Hund vorbeigelassen und sind dann weiter.
In früheren Zeiten habe ich auch mal den Richtungswechsel praktiziert. Diese Stehenbleiben Methode ist für mich wirkungsvoller, weil sie dem Hund eindeutig zeigt, dass er nur mit lockerer Leine zum Ziel kommt.
Jaaaa, das kann ich absolut bestätigen. Ich habe auch die Richtungswechselmethode angewendet und bin überhaupt nicht vom Fleck gekommen. Vor allen jedes mal wenn man wieder in die normale Richtung geht zog Hund wieder :-)). Dauerte alles sehr lange. Mein Mann hat sich sogar mal Sorgen gemacht weil ich für einen Weg von ca 15. Minuten über eine Stunde gebraucht habe. Mit stehen bleiben bin ich in 4 Tagen weiter gekommen als in 3 Monaten. Ging super gut.