Grundsätzlich wurden sie schon bzw. sollten es werden.
Es kam aber vor, dass sie es nicht wurden bzw. die Deportation ausgesetz wurde.
Und zwar ist das offenbar auf etwas zurückzuführen, dass es eigentlich nicht gab bzw., das angeblich unmöglich war: zivilen Ungehorsam bzw. öffentlichen Widerstand.
In Berlin kam es nämlich vor der Gestapo-Zentrale zu einem Auflauf von Frauen, deren jüdische Männer zur Deportation vorgesehen waren. Es war offenbar sehr brenzlig und es wurden auch Waffen klar zum Schuss gemacht. Aber diese Frauen liessen sich nicht beirren und harrten mit ihrer Demonstration (so muss man das wohl nennen) aus.
Diese geplanten Deportationen fanden dann bis auf Weiteres nicht statt.
Allerdings räume ich ein, dass ich keinen Überblick darüber habe, zu welchem Zeitpunkt die Anweisungen wie genau waren, wann sie wie geändert wurden und welche Abweichungen es wann und wo gab.
Die Realität ist nämlich nicht so eindeutig und einfach nach dem Schema "F" abgelaufen wie das ein einfaches Schaubild aus dem Geschichtsbuch zum Thema Nürnberger Gesetze erstmal glauben macht.
Schon die Parallele der Euthanasie von Behinderten zeigt, dass da, wo erheblicher öffentlicher Rummel entstand und der Mord "auffällig" wurde, ganz schnell (erstmal) davon abgelassen wurde.
Wo wohnten Deine Grosseltern?
PS. Hier ist noch ein Artikel über die Aktion der Frauen dieser jüdischen Männer:
http://www.graswurzel.net/251/rosen.shtml